Montag, 24. Januar 2011

Dead End


 
Die ehemaligen Kolonialmächte brachten die Eisenbahn nach Afrika um Rohstoffe einfacher aus dem Landesinneren an die Küste befördern zu können. Dadurch verfügen die meisten afrikanischen Länder heute nicht über ein komplexes Schienennetz, sondern oft nur über eine geradlinige Verbindung ins Landesinnere. Die Eisenbahnstrecke im Senegal sollte Dakar mit dem Niger-Fluss verbinden um so den Gütertransport an den Atlantik zu erleichtern. Seit dem Bau der Strecke Anfang des 20. Jh. scheint jedoch kein Geld mehr in die Unterhaltung gesteckt worden zu sein. Der Kopfbahnhof in Dakar, ein Überbleibsel längst vergangener Tage. Hier fährt nur noch gelegentlich ein Zug nach Bamako. Abfahrtszeit ungewiss, Fahrtdauer unterliegt der Anzahl der Entgleisungen und anderen Vorkommnissen unterwegs.
Doch all das soll sich ändern wenn es nach Präsident Abdoulaye Wade geht. Denn das Schienennetz soll auf normale Spurenweite umgestellt werden und ausserdem noch ausgebaut werden. Dazu sollen in denen nächsten Jahren hunderte Miliarden F CFA investiert werden. Neben diesem gigantischen Vorhaben wurden noch weitere sogenannter Grossprojekte vom Präsidenten persönlich initiiert. Beispielsweise ein neuer internationaler Flughafen, der jährlich bis zu 3 Mio. Fluggäste empfangen soll. Eine weitere Wahnsinnidee ist die Planung einer komplett neuen Stadt, die Dakar entlasten soll und neues politisches und administratives Zentrum werden soll. Fast könnte man meinen man befinde sich auf der arabischen Halbinsel, der Geburtsstätte verrückter Grossprojekte, mit dem einzigen Unterschied, dass der Goldesel hier nicht so viel ausspuckt. 



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