Knapp 3 Wochen im Land (Wow geht das schnell) und schon bietet sich mir die Gelegenheit den wohl bekanntesten Senegalesen aus nächster Nähe zu erleben. Youssou N’Dour. Wer diesen tollen Musiker noch nicht kennt, sollte sich schleunigst mal ein paar Lieder anhören. Sogar einen Tag vor dem Konzert kann ich noch eine Karte ergattern. Eine halbe Stunde vor Beginn mach ich mich auf den Weg, denn im Gegensatz zu Veranstaltungen bei denen senegalesiche Organisatoren ihre Finger im Spiel haben, fangen die Konzerte im Institut Français halbwegs pünktlich an. Und so ist es auch kurz nach 21 Uhr hält das Publikum den Atem an …
… und als Youssou N’Dour die Bühne mit seiner Gefolgschaft aus Trommlern, Keyboardern, Gitarristen, Backgroundsängern betritt, kann sich die Menge nicht mehr zurückhalten und empfängt den Weltmusiker mit tosendem Applaus, der gerade mal die 40dB-Marke misst. Das war aber auch schon fast zu viel der Begeisterung. Schnell sinken die Hände wieder auf die Knie, wo sie bis zum Ende des ersten Stückes ihre Ruhe finden.
Ihr seht ja selbst….Stühle. Damit die vielen „Expatriés“ es sich bei einem Gläschen Rotwein gemütlich machen können, wurde die Tanzfläche mit Stühlen zugepflastert und zwar so eng gestaffelt, dass selbst das kürzeste Tanzbein nicht geschwungen werden kann. Alles was auf dem Foto überlichtet ist, das sind die vielen Bleichgesichter, die paar schwarzen Pixel stehen für die wenigen Senegalesen die ihrem Landsmann zujubeln.
Möglicherweise können wir Nordländer ja gar nichts dafür, dass wir keinerlei Rythmusgefühl besitzen und stocksteif auf unseren Stühlen verharren, während andere Völker scheinbar eine ganze Armee Zappelphilipps verschluckt zu haben scheinen. Vielleicht sind unsere Gelenke aber auch nur durch die ständige Kälte (ist doch sicher kalt bei euch oder?) einfach ein bisschen steif geworden.
Nach einer Weile, die sicherlich so 60min. andauert, hat es Youssou N’Dour mit seiner Bande geschafft die frostigen Gelenke der Bleichgesichter zu enteisen. Bis zum Ende der Vorstellung wiegen sie nun tapfer ihren verkrampften Körper im Takt des Reggae-Beats.
Trotz widriger Voraussetzungen wurde es dennoch ein tolles Konzert! :-)
haha, ja das ist schon ein bissel schade... muss ich mir mal anhören, das kerlchen.
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